CARAMBOLAGE - FUSSFNOTEN
CARAMBOLAGE - FUSSFNOTEN
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CARAMBOLAGE - FUSSFNOTEN
Fünf Leute im Wagen, die Nacht kriecht über die Motorhaube wie eine ausgehungerte Katze.
Die Straße, leer, dehnt sich vor uns aus, gleichgültig, und die Reifen flüstern Asphaltgeheimnisse. Das Leder knarrt, die Erde wartet auf ihre Stunde. Eine Kurve, schlecht genommen – zu schnell, zu spät, egal. Die Stille bricht herein, schwer wie ein Kater nach einer endlosen Nacht. Dann der Aufprall, hart, frontal, ohne Gnade.
01:12. Alles explodiert. Das Leder reißt, die Erde mischt sich ein, Glas zerspringt in winzige Scherben, wie die Träume, die man morgens zertreten findet. Der Lärm füllt den Innenraum, die Angst kriecht überallhin, bis in die Falten der Kleidung, in den Hals, in die Hände. Kein Warum, kein Wie, nur nackte, ungeschmückte Panik.
Danach nichts mehr. Die Stille, schwer, fünf Leben hängen in der Schwebe, die Welt steht Kopf, buchstäblich. Ich sitze in der Blechschere fest, kurzatmig, der Kopf dreht sich. Eine Frage hämmert: ist es vorbei?
01:13. Eine Tür geht auf, irgendwo, meine, die eines anderen, was ändert das schon? Die Nacht deckt alles zu, schweigend, wie eine alte Komplizin. Die Straße geht weiter, ich auch. Das ist alles, was bleibt, und das ist schon ziemlich viel.